1_Das Perfekte Bett

Das Perfekte Bett

12. Oktober 2016

Das perfekte Bett – mehr als nur eine Horizontale

Sie möchten richtig gut schlafen und suchen dafür das perfekte Bett? Dann sind Sie auf dieser Seite genau richtig.

Entweder Sie vereinbaren gleich einen Termin mit uns (siehe Kontakt und Einladung) oder wir bieten Ihnen an, sich zunächst auf unseren Seiten zu informieren. Um diese Seiten zu lesen, sollten Sie sich Zeit nehmen. Viel Zeit. Vielleicht nicht jetzt, sondern später, wenn sie hellwach und konzentriert sind – aber vor allem die Zeit haben, sich wirklich intensiv mit dem Thema zu beschäftigen. Es lohnt sich. Denn der Weg zu Ihrem perfekten Bett führt, neben einer guten Beratung, auch über das Wissen, wie „Bett“ funktioniert und worauf Sie bei sich und Ihren Bedürfnissen individuell achten sollten. Das wollen Sie doch wissen, oder? Das eine Bett für alle gibt es nämlich nicht. Zu unterschiedlich sind die Menschen im Körperbau, zu verschieden in den Ansprüchen. Das perfekte Bett ist immer eine individuelle Komposition, ideal abgestimmt auf die individuellen, anatomischen Bedürfnisse. Daher braucht es neben guten Produkten immer auch das Wissen, wie eine solche Abstimmung richtig vorgenommen werden kann.

Wir haben uns viel Mühe gegeben, Ihnen einen ersten Überblick zum Thema Bett zu verschaffen. Denn eine der wesentlichen Voraussetzungen für einen gesunden wie auch erholsamen Schlaf ist die Schlafunterlage, also das Bett, das den individuellen Bedürfnissen des Menschen möglichst angepasst sein sollte. Nur, wenn der Körper – und speziell die Wirbelsäule – gemäß seiner natürlichen Form anatomisch korrekt in der Nacht gelagert ist, kann der Mensch überhaupt erst in den „gesunden“ Schlaf finden. Von gleich großer Bedeutung ist das Schlafklima, denn neben der anatomischen Lagerung haben Atmungsaktivität und Temperatureigenschaften der umgebenden Materialien ebenso maßgeblichen Einfluss auf die Schlafqualität. Daher ist das Bett aus zwei Perspektiven zu betrachten: der anatomischen und der klimatischen Lagerung.

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Anatomische Lagerung

Da der Mensch genetisch darauf programmiert ist, seinen Schlaf nachts, an einem Stück, ohne Unterbrechung ruhend und im Liegen zu verbringen, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Denn um über die vielen Stunden einer Nacht im Tiefschlaf immer wieder weitgehend bewegungslos liegen zu können, braucht es eine möglichst druckfreie Lagerung des Körpers. Denn wenn sich, aufgrund einer zu harten Unterlage, Druckstellen bilden sollten, führte dies automatisch zu einer Störung im Schlafablauf und somit zu einer Beeinträchtigung der Schlafqualität.

Eine Forderung an die Matratze und somit an das Bett ist es daher, den Menschen möglichst druckfrei aufzunehmen. Eine zweite, den Körper an bestimmten Körperstellen aber auch zu stützen, um eine korrekte Lagerung der Wirbelsäule während der Nacht zu ermöglichen. Diese unterschiedlichen Körperstellen benötigen auf der Liegefläche daher entsprechende Zonen, die den unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht werden.

Dieser sehr (druck)empfindliche Körperteil, speziell an den Ohren in Seitenlage, braucht bei der Matratze eine weiche Oberfläche. In Kombination mit dem Nacken wird aber auch eine Ergänzung durch ein Kopf- oder Nackenkissen mit hinreichender Stützkraft benötigt, um die Distanz zwischen Kopf und Schulter (Seitenlage) beziehungsweise Rücken (Rückenlage) auszugleichen. Denn die Lordose im Bereich der Halswirbelsäule erfordert anatomisch eine punktgenaue Unterstützung/Anhebung, um die natürliche Form der Wirbelsäule zu stabilisieren und ein Abknicken zu verhindern, was in der Regel nur über ein orthopädisch geformtes Nackenstützkissen möglich ist. Weich muss die Matratze in dieser Zone auch bei Nutzung eines Kissens dennoch sein, da der Kopf, bedingt durch Positionsänderungen in der Nacht, nicht nur auf dem Kissen liegt. Als Prinzip gilt: Der Kopf will immer weich, aber auch erhöht liegen.

Schulter

Für das Liegen in Seitenlage muss die Liegefläche an dieser Stelle ein besonders tiefes Einsinken ermöglichen, um sowohl druckentlastend wirken zu können als auch ein Abknicken der Wirbelsäule zu verhindern. Denn die Exponiertheit der Schulter unterbricht in Seitenlage die geforderte gerade Ausrichtung der kompletten Wirbelsäule und benötigt daher eine Korrektur in der Liegefläche. Erst das Zusammenspiel von Kissen, Matratze und Unterfederung schafft in der Regel an dieser Stelle die physikalisch notwendige Einsinktiefe. Beim Liegen in Rückenlage hingegen benötigt die Schulterzone im mittleren Bereich der Matratze eine eher feste Struktur, damit Schulter und Rücken formgerecht gelagert werden und ein zu tiefes Einsinken verhindert wird.

Lendenwirbel

Dieser empfindliche Teil der Wirbelsäule benötigt, im Gegensatz zur Schulter, eine intensive Unterstützung und fordert im Vergleich zu den anderen Körperzonen und speziell im Bereich der Lordose die größte Stützkraft. Diese Unterstützung wird technisch oft über die Unterfederung generiert, die an dieser Stelle mit einer verstärkten Vorspannung dem Einsinken in die Matratze entgegenwirkt und ihr zusätzlich Stützkraft verleiht.

Beckenbereich

Ähnlich wie bei der Schulter handelt es sich auch beim Becken um einen exponierten Körperteil, das tiefer einsinken können muss. Zum einen, um einen geraden Übergang zur Lendenwirbelsäule zu erreichen und ein Abknicken zu vermeiden, und zum anderen, um keine Druckstelle an den äußeren Beckenrändern in Seitenlage entstehen zu lassen.

Beinbereich

Da die Beine im Verhältnis relativ leichte Körperteile sind und in ihrer Lage keine Fixierung benötigen, ist lediglich eine gewisse Grundfestigkeit erforderlich. Diese unterstützt zudem das Einsinken des Beckens zwischen der Bein- und der Lendenwirbelzone.

Fersenbereich

Meist nicht bekannt ist die Tatsache, dass an den Fersen der höchste Flächendruck des gesamten Körpers entsteht. Um hier Druckstellen zu vermeiden, braucht die Matratze in dieser Zone eine hohe Punktelastizität und eine weiche Oberflächenstruktur. Jede Form von Liegefläche/Matratze sollte diesen unterschiedlichen Zonen vom Prinzip her Rechnung tragen können, um als wertiges, den Schlaf förderndes Bett anerkannt zu werden. Denn das Schlafen erfolgt nicht ohne Grund im Liegen!

Da die Natur den Menschen primär zum Laufen und Stehen konstruiert hat, verfügt er über eine entsprechend geformte Wirbelsäule, die mit ihrer Doppel-S-Form wie eine Sprungfeder geformt ist und auch so funktioniert. Zwischen den knöchernen Wirbeln agieren die Bandscheiben als hydraulische Stoßdämpfer, welche die Wirbelsäule erst elastisch machen. Damit diese Scheiben ihre Arbeit sowohl täglich als auch langfristig möglichst verschleißfrei verrichten können, muss der Mensch sich nachts hinlegen. Nur wenn die Wirbelsäule ausreichend lange gemäß ihrer anatomischen Form horizontal gerade gelagert wird, können die dann druckfrei gelagerten Bandscheiben durch Diffusion aus dem umliegenden Körpergewebe wieder die Flüssigkeit aufnehmen, die sie während des Tages durch den hydraulischen Druck verloren haben (das ist auch der Grund, warum der Mensch am Abend etwas kleiner ist als am Morgen: verlorene „Hydraulikflüssigkeit“ lässt die Bandscheiben schrumpfen). Dies bedeutet, dass im Liegen eine Unterlage benötigt wird, welche die Wirbelsäule und somit die Bandscheibe in Rücken- wie in Seitenlage „gerade“ hält und entlastet – unterstützt, ohne zu drücken.

Wird das Bett diesem Grundbedürfnis nicht gerecht, wird sich kein gesunder Schlaf einstellen können, da der Körper diesen Mangel erkennt. Denn instinktiv sucht der Mensch im Schlaf nach der für seine Wirbelsäule individuell richtigen Lagerung, notfalls die ganze Nacht, wenn die Schlafunterlage entsprechend ungeeignet ist. Doch wenn der Körper auf der Suche nach einer gesunden Lagerung die ganze Nacht über aktiv ist, kann sich zwangsläufig auch die Ruhephase nicht richtig einstellen, und der gesunde Tiefschlaf bleibt aus. Wer sich am Morgen wie gerädert fühlt, sollte darüber nachdenken. Und ohne ein Auffüllen der „Hydraulikflüssigkeit“ – was nur bei entlasteter Wirbelsäule und entsprechend druckfrei gelagerten Bandscheiben möglich ist – startet am nächsten Tag das System Bandscheibe trocken mit der unvermeidbaren Folge eines frühzeitigen Verschleißes.

Doch gibt es nun mal nicht das eine Bett für alle. Was für den einen zu fest ist, ist für den anderen zu weich. So mag eine bestimmte Matratze/Unterfederung für die eine Person die Ideallösung sein, für eine andere könnte sie ein Albtraum werden.

Für eine entsprechende optimale physische Lagerung braucht es grundsätzlich drei Komponenten, die im besten Fall auf die individuellen Bedürfnisse der betreffenden Person (Körpergröße, Körperabmessungen, Gewicht, individuelle Anatomie usw.) abgestimmt sind:

  • das Kissen – zur Lagerung des Kopfes und des Nackens (siehe Das ideale Kissen)
  • die Matratze – zur druckfreien Aufnahme des Körpers bei gleichzeitiger Stabilisierung der Wirbelsäule (siehe Die richtige Matratze)
  • die Unterfederung – als unverzichtbare Ergänzung der Matratze zur Unterstützung der Lordose und Entlastung von Becken und Schulter in Seitenlage (siehe So wichtig ist die Unterfederung).

Klimatische Lagerung

1_3_klimatisch-richtige-Lagerung-ist-wichtig Stoffwechselbedingt und aufgrund fehlender motorischer Aktivitäten senkt der Körper während der Nachtruhe seine Temperatur ab, braucht aber eine direkte, körpernahe Umgebungstemperatur, die seiner üblichen Temperatur entspricht und diese somit konstant hält. Hierzu bedient sich der Mensch, je nach Klimazone, einer mehr oder weniger wärmenden Zudecke, die wie die Matratze atmungsaktiv sein muss(!), um die Ausscheidungen über die Haut (Feuchtigkeit) vom Körper wegzuleiten. Daher sind auch die Bettwäsche, als Ummantelung von Kissen und Zudecke, wie auch das Bettlaken auf der Matratze in dieser Betrachtung impliziert.

Ziel ist es, dass der Körper weder zu warm noch zu kühl gelagert wird. Bei einem Hitzestau setzt der Körper aktiv das Schwitzen ein, um abzukühlen, im Falle einer zu kühlen Lagerung wiederum springt das körpereigne Heizsystem an, um auf Betriebstemperatur zu kommen. In beiden Fällen jedoch wird der Körper von einer „normalen“ Nachtruhe mit ihrem erholsamen Tiefschlaf abgehalten, da statt der für den Schlaf vorgesehenen Prozesse „Notprogramme“ (Heizen oder Kühlen) eingesetzt werden müssen. Gleiches gilt für das Schwitzen aufgrund fehlender Atmungsaktivität der umgebenden Materialien, womit die Stoffwechselprozesse während des Schlafs gebremst werden. Das Atmen des Körpers durch beziehungsweise über die Haut ist verbunden mit Flüssigkeitsabgabe in Form von Dampf. Wenn dieser Dampf mangels atmungsaktiver Materialien bei Bettwäsche, Zudecke, Encasing oder Matratze nicht entweichen kann, bildet sich durch den Kondensprozess Feuchtigkeit auf der Haut, was die weitere Atmung über die Haut behindert, wodurch das größte Organ des Menschen, die Haut, bei der Ausführung wichtigster Arbeiten ausgebremst wird.

Gleichzeitig wird dieser Vorgang vom Körper im Unterbewusstsein als Notstand interpretiert, denn mangelnder Luftaustausch aufgrund unzureichender Atmungsaktivität wird als lebensbedrohliche Situation eingestuft und kann den Schlafenden noterwachen lassen.

Jahreszeit und Raumklima, individuelles Wärmebedürfnis wie auch Schwitzneigung, aber auch Allergien bilden die Faktoren, nach denen eine Zu- oder auch Bettdecke wie auch die Bettwäsche auszuwählen sind. Es liegt auf der Hand, dass es auch hier, speziell bei der Zudecke, nicht die eine für alle geben kann (siehe auch Zudeckenberatung).